Ich will mich verstehen, nicht verteidigen
- 11. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Ich finde, mehr Menschen sollten den Anspruch an sich haben, die beste Version ihrer selbst zu werden. Nicht um perfekt zu sein, sondern um sich selbst besser zu verstehen und anderen das Leben leichter zu machen. Denn echte Weiterentwicklung beginnt nicht mit Erfolgen oder neuen Routinen, sondern damit, ehrlich zu sich selbst zu sein und bereit, die eigenen Schwächen anzuschauen.
Oft merkt man diese Schwächen gar nicht selbst. Deshalb kann es helfen, das Gespräch mit Menschen aus dem eigenen Umfeld zu suchen. Zu fragen: Was kann ich verbessern? Wie wirke ich auf dich? Das setzt natürlich voraus, dass man sich nicht sofort angegriffen fühlt.
Wenn man ehrlich zuhört, kann das der Anfang eines Veränderungsprozesses sein.
Ich zum Beispiel habe früher oft Gespräche dominiert. Nicht, weil ich andere übergehen wollte, sondern weil ich das Gefühl hatte, mich ständig erklären zu müssen. Heute versuche ich bewusst, mehr zuzuhören, Pausen auszuhalten und anderen den Raum zu geben, den ich mir selbst wünsche. Ich habe enge Freunde gebeten, mich darauf hinzuweisen, wenn ich wieder in alte Muster falle. Das ist manchmal unangenehm, aber genau das ist Entwicklung – der Moment, in dem man sich selbst ertappt und aktiv etwas anders macht.
Viele Verhaltensweisen sitzen tiefer, als man denkt. Manche übernehmen wir unbewusst von unseren Eltern, andere entstehen als Reaktion auf Erfahrungen, die uns geprägt haben. Dann reicht es nicht, einfach nur zu sagen: „Ich mach das jetzt anders.“ In solchen Fällen kann Therapie helfen, die Ursachen zu verstehen und wirklich nachhaltige Veränderungen anzustoßen.
Selbstreflexion, Feedback, professionelle Unterstützung, das alles ist Arbeit. Aber genau das ist Weiterentwicklung. Es ist ein Prozess, und der kostet Zeit, Geduld und oft auch Überwindung. Tagebuch zu führen oder regelmäßig aufzuschreiben, was gut und was weniger gut lief, kann dabei helfen, Fortschritt sichtbar zu machen.
Ich glaube, wer ehrlich an sich arbeitet, verändert nicht nur sich selbst, sondern auch sein Umfeld. Wenn man sich weiterentwickelt, steckt man oft automatisch andere an, mit offenerem Denken, mit Verständnis, mit Empathie.
Am Ende geht es darum, Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen. Egal in welchem Alter, in welcher Lebenssituation oder Beziehung: Es gibt keine Ausrede, schlechtes Verhalten oder eingefahrene Muster nicht zu hinterfragen. Veränderung ist möglich, wenn man den Mut hat, ehrlich hinzuschauen.


Da kann ich dir nur zustimmen! Es ist nicht immer leicht, sich seine Fehler einzugestehen, obwohl man sich bewusst ist, dass niemand perfekt ist. Noch schwieriger ist aber nachhaltig an sich zu arbeiten, um eben einen Schritt näher an „the best version of oneself“ zu sein. Deine Ansätze finde ich super, danke!